Studie: Chlorhexidin soll MRSA-Übertragung zwischen Therapiehunden und Krebspatienten verringern Studie: Chlorhexidin soll MRSA-Übertragung zwischen Therapiehunden und Krebspatienten verringern
Von Silvia Olschinsky Ein Therapiehund kann helfen, Stress und Ängste bei krebskranken Kindern zu reduzieren, doch er kann auch gefährliche Keime wie MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus... Studie: Chlorhexidin soll MRSA-Übertragung zwischen Therapiehunden und Krebspatienten verringern

Von Silvia Olschinsky
Ein Therapiehund kann helfen, Stress und Ängste bei krebskranken Kindern zu reduzieren, doch er kann auch gefährliche Keime wie MRSA (
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) übertragen. Hygienische Bedenken sind oft der Grund, warum Therapiehunde in Krankenhäusern seltener anzutreffen sind. Laut einer amerikanischen Studie soll sich dieses Risiko durch eine Reinigung der Hunde mit antibakteriellem Shampoo und Reinigungstüchern verringern.

Die Studie untersuchte 45 Kinder und junge Erwachsene, die eine ambulante Krebsbehandlung im Johns Hopkins Bloomberg Kinderkrankenhaus in Baltimore erhielten und eng mit Hunden interagierten, indem sie die Therapiehunde streichelten oder umarmten. Die Hunde machten täglich mehrere Einzel- und Gruppenbesuche, oft in verschiedenen Abteilungen oder anderen Krankenhäusern, sodass sie multiresistente Keine aufnehmen und verbreiten können. Nach einer Kontrollphase von sieben Einsätzen stellten die Forscher fest, dass vier Patienten (15,4%) nach dem Besuch des Hundes MRSA-Träger wurden, ebenso wie drei (42,9%) der Hunde. In der nächsten Phase der Studie wurden die Hunde vor den Besuchen mit einem chlorhexidinhaltigen Shampoo gereinigt und während der Besuche alle 5 bis 10 Minuten mit antiseptischen Tüchern abgewischt, die Chlorhexidin enthalten. Ergebnis: Als die Hunde gereinigt wurden, wurde nur ein Krebspatient (4,5 Prozent) MRSA-Träger. Dies geschah wahrscheinlich nicht, weil das Kind mit dem Hund spielte, sondern aufgrund einer Interaktion mit einem anderen Patienten oder einer anderen Oberfläche während der Therapiesitzung, so Kathryn Dalton, Mitautorin der Studie und Doktorandin an der Johns Hopkins Universität Bloomberg School of Public Health in Baltimore.

Die Studie ergab auch, dass Patienten, die in engem Kontakt mit den Hunden standen, eine sechsfach höhere Wahrscheinlichkeit hatten, MRSA-Träger zu werden, als Patienten ohne Kontakt zu den Hunden. Sobald die Hunde aber gereinigt waren, gab es keinen Unterschied im MRSA-Risiko zwischen den beiden Gruppen.

Die Studienergebnisse zeigten auch, dass die Kinder, die mit den Hunden interagierten, verbesserte physiologische Werte (verminderten Blutdruck und Herzfrequenz) aufwiesen und entspannter wurden. „Es ist erstaunlich zu sehen, wie aufgeregt die Kinder werden, wenn sie die Hunde zum ersten Mal sehen, und sie genießen es, sie zu streicheln und mit ihnen zu spielen“, stellt Kathryn Dalton fest. „Die Besuche sind wirklich hilfreich, um ihre Angst und den Stress abzubauen.“

Info-Box

MRSA – auch Krankenhausbakterium genannt – kann Infektionen der Haut verursachen und ist gegen mehrere Antibiotika resistent. Manche Menschen können MRSA auf der Haut oder in der Nase tragen, ohne Symptome zu zeigen. Krebspatienten allerdings, die MRSA-Träger sind, haben ein höheres Risiko, eine MRSA-Infektion zu entwickeln als gesunde Menschen, da eine Krebsbehandlung das Immunsystem schwächen kann.

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