Wenn der Therapiebegleithund zum Rentner wird Wenn der Therapiebegleithund zum Rentner wird
Von Chris Weber Das Kennenlernen von Therapiehund und Zielgruppe ist im Regelfall nach guter Vorbereitung mit Freude und vielen positiven Stimmungen verbunden. Wenn hingegen... Wenn der Therapiebegleithund zum Rentner wird

Von Chris Weber

Das Kennenlernen von Therapiehund und Zielgruppe ist im Regelfall nach guter Vorbereitung mit Freude und vielen positiven Stimmungen verbunden. Wenn hingegen der Abschied naht, wird es für viele Menschen schwierig. Für den Therapiehundehalter ist jetzt der Moment gekommen, in dem er für die Menschen, die das Tier ins Herz geschlossen haben, den Abschiedsschmerz möglichst mildern muss. Um die richtigen Maßnahmen zu treffen, muss man zuerst seine Zielgruppe genauer unter die Lupe nehmen. Handelt es sich um Kinder in einer Schule, sind andere Möglichkeiten des Abschieds denkbar als in einem Seniorenheim. Sicher hängen auch Kinder oft sehr an dem Tier, das sie einmal in der Woche besucht. Aber für sie ist das Tier meist nicht der einzige Höhepunkt in der Woche, so wie das möglicherweise bei Senioren der Fall ist. Außerdem gewöhnen sich Kinder wegen ihrer noch in der Entwicklung befindlichen Persönlichkeit unter Umständen schneller als Senioren an einen anderen Hund. Für ältere Menschen ist die Trennung manchmal so schwierig, als sei das Tier verstorben. Es liegt also am Fingerspitzengefühl des Therapiehundeführers, wie gut die Kontaktpersonen die Trennung verkraften.

In Schulen sieht man es bei Fachleuten, dass sie den Nachfolger des baldigen Rentners bei den letzten Sitzungen einfach mitbringen. Die Kinder erleben so die Freude des Kennenlernens gleichzeitig mit dem unschönen Gefühl der baldigen Trennung. Aufbauend auf den positiven Empfindungen, die das Kennenlernen mit sich bringt, kann man gut Verständnis und Akzeptanz für das Alter des künftig ausscheidenden Therapiehundes wecken. Dazu erleichtern selbstgemachte Erinnerungen wie Fotos, Videos, Lieder oder einfache Basteleien den Abschied vom Tier. Selbstverständlich kann man bei Senioren die gleiche Verfahrensweise anwenden. Allerdings sollte man bei der Wahl der Erinnerungsstücke die unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Möglichkeiten der verschiedenen Generationen beachten. So werden Kinder heute dem Anfertigen von Videos zumeist zugänglich sein. Bei Senioren sind unter Umständen Gedichte, Geschichten oder Lieder, die man zum Therapiehund verfasst, eher geeignet.

Checkliste Abschied:

  • Nachfolger vorstellen
  • Positive Empfindungen nutzen, um Verständnis und Akzeptanz zu wecken
  • Erinnerungsstücke anfertigen:
    • Video / Fotos
    • Persönliche Geschichten, Gedichte, Lieder
    • Erlebnisbuch gemeinsam gestalten
    • Pfotenabdruck des Tieres als Stempel oder in Gips
    • Bei Kindern: Abschiedsparty feiern
  • Bei allen Maßnahmen darauf achten, dass Mensch und Hund sich verabschieden können

 

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